Unternehmensspitze und Betriebsrat von Opel wollen betriebsbedingte Kündigungen und mögliche Werksschließungen im Rahmen des Sparprogramms des Mutterkonzern General Motors mit allen Mitteln verhindern.
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Der Solartechnikhersteller SolarWorld aus Bonn hat Interesse, Opel zu kaufen und zu Europas erstem „grünen“ Fahrzeughersteller mit Schwerpunkt Hybrid- und Elektroautos entwickeln. Wie das Unternehmen heute (19.11.2008) bekanntgab, sei man bereit, eine Milliarde Euro für die vier deutschen Opel-Standorte und das Entwicklungszentrum zu zahlen. Auf diesen Betrag beziffern die Rüsselsheimer ihr derzeitiges Finanzloch.
SolarWorld will der Opel-Konzernmutter General Motors ein entsprechendes Übernahmeangebot unterbreiten. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über 250 Millionen Euro Barmittel und eine Banklinie in dreifacher Höhe. Voraussetzung für den Kauf seien allerdings eine Bürgschaft des Bundes und Ausgleichszahlung in Höhe von 40 000 Euro pro Opel-Arbeitsplatz (= 1 Mrd Euro).
Opel befürchtet, von der drohenden Pleite der US-Mutter in den wirtschaftlichen Ruin gerissen zu werden. Opel-Chef Hans Demant und Betriebsratsvorsitzender Klaus Franz hatten sich gestern (18.11.2008) klar gegen eine Herauslösung der Marke aus dem GM-Konzern ausgesprochen. Dies wäre aber die Grundvoraussetzung für eine Übernahme durch SolarWorld, deren Ernst Analysten unterschiedlich bewerten und teilweise als unrealistisch einschätzen.
SolarWorld hatte vor zwei Jahren in einem ähnlichen Fall die Solarsparte des Shell-Konzerns mit einer Kompensationszahlung von 100 Millionen Euro übernommen und die Standorte in den USA wieder in die Gewinnzone geführt.
Sollte sich die Absatz- und Finanzkrise beim Mutterkonzern General Motors weiter verschärfen, will sich Opel um eine staatliche Bürgschaft bemühen. Das meldet die Online-Ausgabe des „Handelsblatt“. Dem Bericht zufolge denkt die hessische Landesregierung darüber nach, dem Autobauer aus Rüsselsheim eine Bürgschaft über 500 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Auch die übrigen Bundesländer, in denen Opel Standorte hat, seien um Unterstützung gebeten worden.
General Motors warnte kürzlich vor der Insolvenz und hat Opel einen Sparkurs verordnet. Das 750-Millionen-Paket sieht auch eine Nullrunde für die Beschäftigten vor. Erst vor wenigen Tagen hatten sich Geschäftsführung und Betriebsrat von Opel an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und sie gebeten, sich für ein 40 Milliarden Euro umfassendes Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Europas Autoindustrie einzusetzen.